Willkommen Willkommen Rote Karte gegen Homophobie und Sexismus
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Rote Karte gegen Homophobie und Sexismus |
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 Die 21.000 Zuschauer der Begegnung FC St. Pauli gegen den SV Wehen-Wiesbaden staunten nicht schlecht, als sie beim Betreten des Stadions als "alte Fotze" respektive "scheiß Schwuchtel" bezeichnet wurden. Unter Regie des Fanladens hatte das vor einem Jahr gegründete St. Pauli- Fanprojekt "Aktionsbündnis gegen Homophobie und Sexismus" einen weiteren Anlauf unternommen, gegen Homophobie und Sexismus im Fußballstadion Stellung zu beziehen, wach zu rütteln.
Dazu wurden Handzettel verteilt, die sogleich die Empfänger auf das Thema einstimmten. "Ey, du alte Fotze" stand dort und " Ey, du scheiß Schwuchtel". Beides O-Töne aus dem Millerntorstadion. Und das überraschte die Mehrzahl der Zuschauer denn auch. "Solche Sprüche gibt es doch bei St. Pauli nicht!", war die häufige Reaktion auf den Flyer. Es kommt aber doch vor, vereinzelt zwar, doch manchmal stillschweigend hingenommen, gedankenlos toleriert.
Beispiele für latente Homophobie, gedankenlose Diskriminierung hatten die Bündnis-Aktivisten auch zur Hand: Auf der Rückseite des Flyers oder für die wirklich interessierten Leser auf der Internetseite http://aktion.queerpass-stpauli.de. Auch lief direkt vor Spielbeginn ein dreiminütiger Filmbeitrag auf der Anzeigentafel.
Die sehr positiven Reaktionen im Stadion haben uns gezeigt, dass die Aktion richtig aufgenommen wurde und vielleicht beim nächsten "Ey, du scheiss Schwuchtel"-Ruf nicht weggehört wird, sondern der Schreihals eine erklärende Antwort erhält. Allerdings zeigten uns vereinzelte Reaktionen auch, dass wir weiter am Ball bleiben müssen.
Irritiert waren die Aktionsbündler allerdings über die Entscheidung des FC St. Pauli, die in unseren Augen relativ belanglosen "Rote-Karte-gegen-Rassismus"-Karten einzusetzen, die von der DFL allen Vereinen zur Verfügung gestellt wird, die sich zu dieser Aktion weiter keine Gedanken machen wollen. Medienwirksam werden bei dieser Aktion gelangweilte Spieler gezeigt, die rotes Pappmaschée in die Kamera halten.
Wenig Interesse zeigte wieder einmal die Hamburger Presselandschaft, die diese engagierte Arbeit mit keinem Sterbenswörtchen erwähnte. Wo doch sonst jeder dröhnende Furz eines unserer Spieler zu einer Titelgeschichte zu taugen scheint.
Dirk Brüllau und Christian Struck für den Vorstand von St. Pauli Queerpass
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