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Theo Zwanziger rudert zurück PDF Drucken E-Mail
Monday, 28. December 2009

 DFB-Präsident Dr.Theo Zwanziger musste sich den Realitäten beugen und hat beim Thema Outing schwuler Fußball-Spieler umgedacht.

In einem Interview mit dem "Kölner Stadtanzeiger" und der "Frankfurter Rundschau wird er folgendermaßen zitiert: "Ich habe in letzter Zeit mit einigen Leuten geredet, die in dieser Situation sind, und sie haben mir vermittelt, weshalb sie sich nicht outen wollen". Noch im November hatte Dr. Zwanziger auf der Trauerfeier für Nationaltorwart Robert Enke gefordert, Tabus im Sport aufzubrechen.

Für den DFB-Chef ist nach Gesprächen mit Betroffenen nun nachvollziehbar, warum schwule Profis das Outing scheuen wie der Teufel das Weihwasser: "Es hängt damit zusammen, dass für einen Homosexuellen im Fußball die persönliche Bindungen, die Freude am Sport und auch das Geldverdienen verlorengehen können, wenn er sich outet."

Fast Zeitgleich zu dem sensationellen Outing des Rugby-Rekordnationalspielers und Kapitäns der walisischen Mannschaft (100 Länderspielen), Gareth Thomas (36) räumte Zwanziger ein, dass er einige Faktoren unterschätzt habe, als er Outings gefordert hatte: "Der erste Homosexuelle, der sich im Profifußball outet, wird keinen leichten Weg zu gehen haben. Ich habe geglaubt, das kann nicht sein. Denn in Politik, Kunst und Kultur ist das ja gar kein Problem mehr. Auch der Amateurfußball geht inzwischen besser damit um. Aber der Profifußball ist da offenbar noch einmal fester gefügt."

Gegenüber QFF- online äußerte sich der Pressesprecher der Dachorganisation der europäischen Schwulen und Lesben Fanklubs, Dirk Brüllau, wenig überrascht: "Solange in den Kurven noch Homophobie und Diskriminierung gegen Anderssein herrschen, wird es auf dem Spielfeld auch nicht leichter werden! Deshalb kämpft QFF weiterhin für eine bunte Kurve, in der die Basis dafür gelegt wird, dass zumindest Fans keine Diskriminierung wegen ihrer sexuellen Orientierung erleben müssen." Jedoch sei es schon einmal als positive Reaktion wahrzunehmen, dass es anscheinend Gespräche mit Betroffenen gibt.

 (db)

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