Podiumsdiskussion zum Thema "Fußball trifft Theater"  |
Podiumsdiskussion: Axel Schneider, Stefan Jürgens, Ronny Blaschke, Karl Schmidt und Marcus Urban (v.l.n.r.) |
Wie wir bereits ausführlich im Vorfeld berichtet hatten, fand am vergangenen Mittwoch In den Hamburger Kammerspielen eine Podiumsdiskussion unter reger Beteiligung schwuler Organisationen, Fußballverbänden und der Presse statt. QFF war natürlich dabei!
Die große Enttäuschung bei der Presse war natürlich die kurzfristige Absage von Dr. Theo Zwanziger, der sich üblicherweise auf Seiten des DFB dieses Themas annimmt. Aber gerade dadurch konnte das Plenum einmal feststellen, ob es der ehrenhafte Kampf eines einzelnen Vorstandsmitgliedes gegen Homophobie ist oder ob er Rückendeckung im Verband hat. Als "Ergänzungsspieler" fungierte der DFB-Ehrenvizepräsidenten Karl Schmidt. Regisseur Axel Schneider und Schauspieler Stefan Jürgens debattierten das Thema in einer von Ronny Blaschke moderierten Gesprächsrunde mit Schmidt und dem früheren DDR-Jugendauswahlspieler Marcus Urban. Urban äußerte sich skeptisch über die Erwartung von Profi-Spielern, sich als schwul zu outen. Urban: „Es muss sich keiner outen, aber er muss es können.“ Besonders beeindruckte Stefan Jürgens, der den zwangsgeouteten Familienvater George in dem Theaterstück "Seitenwechsel/ Gaffer!" von Chris Chibnall verkörpert. Er hat sich mit dem Thema befasst und eine profunde Meinung. „Wir sind auf dem Weg. Aber wir sind noch lange nicht angekommen“, sagte er unter anderem. „Da sind wir in der Politik schon weiter. Das heißt aber noch lange nicht, dass unsere Gesellschaft so wahnsinnig tolerant den Homosexuellen gegenüber geworden ist. Was auffällt: Im Fußball ist es tabu- nach wie vor. Und ich begrüße es sehr, dass Herr Zwanziger und der DFB da eingestiegen sind“, meinte er weiter.
Karl Schmidt, der zwischenzeitlich bei einer gezogenen Parallele mit den derzeitig bekannt gewordenen Kindermißbräuchen in Jesuitenschulen ins Straucheln geriet, bekräftigte dann aber doch, dass der DFB weiterhin klare Haltung zeigen würde. "Unser Präsident Theo Zwanziger ist da auf dem richtigen Weg. Aber der DFB ist ein riesiger Verband und da heißt es manchmal, dicke Bretter bohren!“
Premiere ist am 9. Februar 2010 um 20 Uhr, Aufführungen bis 29. März 2010
(db)